Am 1. Oktober 2025 postet der X-Account DogeDesigner: „Protect your kids. Cancel Netflix“.[1] Der Tweet ist mit einem Meme versehen, das Netflix und dessen vermeintliche „Transgender Woke Agenda“ als trojanisches Pferd für „your kids“ darstellt. Wenig später repostet dies auch Elon Musk, ruft zum Schutz der Gesundheit aller Kinder zum Boykott des Streamingdienstes auf[2] und schickt damit den Aktienkurs des Unternehmens auf Talfahrt. Eine kurze Disruption und eine weitere Episode in Musks memetischem Kampf gegen eines – zumindest seiner Meinung nach – der größten Probleme der Gegenwart: das sogenannte „Woke-Mind-Virus“.
Für den Tech-CEO ist dieses Virus die Ursache allen Übels in der liberalen Demokratie, es müsse „gelöscht“, „eliminiert“ werden. Überall sieht er es wirken: In der eigenen Familie, in Unternehmen, in Institutionen; Menschen und Maschinen, gar so manche KI sei vom Virus ‚infiziert‘, vom „Parasiten“ befallen. Die Welt, in der Musk lebt, wirkt ziemlich dystopisch. So manchen wachse das Virus „wie ein Pilz aus dem Kopf“[3] und Städte wie San Francisco glichen gar einer „Zombie-Apokalypse“[4]. Musk beschreibt das Virus dann als derart „tödlich“[5], dass es die Existenz der ganzen Zivilisation bedrohe. Wer so bildreich wie schief fantasiert, wer einen Begriff so ubiquitär wie unterbestimmt nutzt, dem bleibt scheinbar nur eine Konsequenz: „The woke mind virus is either defeated or nothing else matters.“[6]
Will man die Genealogie dieser Radikalisierung nachverfolgen, muss man nicht lange suchen, um die erste Erwähnung zu finden. Im Tech-Jargon postet Musk am 19.12.2021: „traceroute woke_mind_virus“, was so viel heißen soll wie, dass er der ‚Wokeness‘ nachspüren wolle. Diesem Post gehen Wellen des Ärgers über eine Gesellschaft voraus, die sich für diverse Themen – von gender bis race – bzw. für die Rechte von Minderheiten sensibilisiert; Ärger über Menschen also, die Normen und Normalitäten infrage stellen. Für Musk wirken solch liberalen Ideen „antizivilisatorisch“, „spaltend“, „anti-meritokratisch“. „Wokeness“ gebe zwar, so die Argumentation Musks, das Gegenteil vor, verstärke aber eigentlich Rassismus, Sexismus etc. Immer, so der Verdacht des Multimilliardärs, hätten die Opfer, die Schwachen und Armen Recht. Und so eskaliert Musk immer weiter, nennt das Virus „gefährlich“, „selbstmörderisch“, schlicht „böse“[7]. Als Auslöser für die Rundumschläge kann – wie häufig beschrieben – die Geschlechtstransition von Musks Tochter Vivian Jenna Wilson, einer trans Frau, gelten – eine Zäsur, die ihn öffentlich erklären lässt: „The woke mind virus killed my son.“[8]
Neben dem Vater-Kind-Zerwürfnis gibt es weitere Multiplikatoren der Radikalisierung – gerade in der Corona-Pandemie. Exemplarisch wirkt etwa die Episode, als die Regierung von Joe Biden Tesla zum Schutz der Arbeiter:innen vor dem realexistierenden Corona-Virus die Produktion verbot. Musk ließ die Bänder zunächst weiterlaufen, lenkte später zwar ein, aber neue Feindbilder schienen gefunden. Persönliche Beschimpfungen gegen den US-Virologen und Biden-Berater Anthony Fauci – „My pronouns are Prosecute/Fauci“[9] – folgten genauso wie eine enttäuschte Abkehr von den Demokraten, die für Musk nur noch eine Partei von Spaltung und Hass war.
Vor diesem Hintergrund ist auch die Idee gereift, Twitter, heute X, zu kaufen. Denn nachdem Musk zuvor immer betont hatte, dass es ihm bei Twitter – diesem „collective conscious“[10] und „digital town square“ – um die freie Rede als „bedrock of a functioning democracy“[11] gehe, bezeichnete er zuletzt die Zerstörung des „woke mind virus“ als Initial des Kaufs. Dabei erklärte er, dass die Plattform „politisch neutral“ sein bzw. wieder werden solle, was für ihn hieß, gegen einen selbst diagnostizierten „strong left wing bias“[12] der Plattform vorzugehen. Als erste Amtshandlung entließ er dann tausende Angestellte, vor allem aus der Content Moderation, die gegen Hate Speech und Fake News vorgingen, um gleichzeitig vorher verbannte Accounts – von Donald Trump bis Andrew Tate – im Brustton der Demokratie wieder zu begrüßen.
Überdies veränderte sich mit der Einführung des For-You-Feeds im Januar 2023 auch die Oberflächenanmutung: Seither werden nicht nur Posts mit Videos und Bildern vor Text, sondern damit auch Inhalte priorisiert, die emotionalisieren, Affekte mobilisieren – was vor allem rechtspopulistischen bis rechtsextremen, damit anti-woken Accounts gelingt.[13] Dabei weist Musk Internetmemes einen besonderen Stellenwert zu. Er beschreibt sie als fortgeschrittenste Form komplexer Kommunikation; als Möglichkeit, Verständnis durch die bildhafte Komprimierung von Ideen zu beschleunigen – schneller als Worte es könnten.[14]
Alles, was dann den Umschlag dieses Informationsflusses, was – Musk Meinung nach – die ‚freie Rede‘ behindert und die Zirkulation der Kommunikation im Modus des Engagements stören oder verzögern könnte – Factchecking, Political Correctness etc. –, sei letztlich antidemokratisch, müsse abgebaut, gelöscht werden. Genau hier kreuzen sich zwei Intuitionen Musks. Denn als selbsterklärter „free speech absolutist“ folgt er nicht nur libertären Motiven, sondern auch denen der Kybernetik.
Netzwerkaffekte und die „collective cybernetic superintelligence“
Auch in der „Universalwissenschaft“ von Kommunikation und Kontrolle wird das reibungslose, akzelerierte Fließen von Information in vermeintlich transideologischen, neutralen Kanälen – etwa für politische Kybernetiker wie Karl W. Deutsch der 1960er – gar zur Staatsdoktrin erhoben. Im Verlauf der Kybernetikgeschichte und insbesondere im Zuge der Emergenz der second-order-cybernetics und dem dann anbrechenden Cyberspace hieß es dann: Je mehr kommunikative Feedbackschleifen erzeugt und kanalisiert werden, desto demokratischer ist nicht nur das Medium, sondern auch die Gesellschaft. In Musks Deutung dieser Logik wird dann jede Kommunikation, jeder Post – ob wahr oder deep fake –, jedes ‚komprimierende‘ wie kompromittierende Meme zu einem Akt demokratischer Praxis – und wer in diesem Sinne die freie Rede, die freie Meinungsäußerung ermöglicht, affektiv anreizt, erscheint als „special employee“ der Demokratie.
Während sich auf der Oberfläche von Twitter/X diverse Modi einer durchaus transparenten (Anschluss-)Kommunikation bieten, bestimmt sich die Rückseite der kommunikativen Infrastruktur über datenextraktivistische Feedbackschleifen. Musk spricht bei Twitter bzw. X so nicht nur von einem „collective conscious“, sondern wegen der „billions of bidirectional interactions per day“ sogar von einer „collective, cybernetic superintelligence“[15], die ständig angepasst und verbessert werden müsse.
Dass diese ‚Verbesserungen‘ letztlich eine wenig neutrale, vielmehr eine sehr persönliche Schlagseite haben, ist schon länger bekannt: Denn Musks eigene Posts, in denen er gern gegen das sogenannte „woke mind virus“ hetzt; in denen er mal antisemitische Verschwörungs-, mal rassistische Untergangserzählungen teilt und weltweit für rechte bis rechtsextreme Populisten agitiert, erhielten ab Februar 2023 einen 1000%igen Aufmerksamkeitsboost.[16] Ob gewollt oder nicht, fand sich Musk immer wieder in den For-You-Feeds der Nutzer:innen. Im Wahlkampf 2024 wurde dieser noch einmal potenziert. Musks Sichtbarkeit stieg um weitere 138%, wobei Forschende von einem strukturellen Bruch sprechen.[17] Darüber hinaus kann man in der einseitigen Ausrichtung von X die algorithmische wie kybernetische Etablierung eines neuen Sichtbarkeitsregimes erkennen, in dem Musk als zentraler Knotenpunkt in dezentralen Netzwerken nicht nur vom Libertären bzw. mit Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey gesprochen, „Chief-Amplifier“[18], sondern auch zum Kybernetes des Autoritären geworden ist.
Während Musk erklärt, dass er mit diesen strukturellen Anpassungen das „woke mind virus“ bei X „deleted“[19] habe, mutierte die Plattform zu einem persönlichen Werkzeug affektiver Mobilisierung und „feedbacklogischer Propaganda“[20]. Stets geht es Musk um ein gruppendynamisches Gegenprogramm: Gegen Demokraten, gegen Konkurrenten und Kritiker, gegen „The New Woke Times“ oder „Wokipedia“. Der reichste Mann der Welt versteht die politische Öffentlichkeit nicht als agonales, sondern als antagonistisches Geschäft und folgt dabei dem klassischen Dualismus: Freund oder Feind, Wir oder Sie. Denn Musk hat erkannt, dass die reaktiven Feedbackschleifen besonders heiß laufen, wenn negative Emotionen und Internetmemes involviert sind: „Fear (and memes) get clicks“.[21] So werden in der hyper- oder auch antipolitischen Engagementökonomie von X Netzwerkeffekte in autoritär-kybernetisch orchestrierte Netzwerkaffekte übersetzt und damit letztlich jeder deliberative Diskurs, jede Idee eines moderierten, neutral kanalisierten Austauschs unterminiert.[22]
Mit dem „woke mind virus“ hat Musk selbst ein Meme geschaffen, das Ressentiments bündelt und enorme Zugkraft entfaltet. So schreibt der Tesla- und SpaceX-CEO das Schlagwort in dynamische Netzwerke medialer Erregungsgemeinschaft ein: Von politischen Influencern, Podcastern und versprengten, neoreaktionären Intellektuellen der MAGA-Bewegung, die die soziale Ordnung von „Wokeness“, ethnischen Minderheiten, Political Correctness etc. gefährdet sehen –, die mal über sie lachen, mal Angst schüren, immer gegen sie hetzen; von Jordan Peterson bis Joe Rogan. Musk knüpft dabei terminologische Allianzen – gerade der Marketingprofessor und Evolutionspsychologe Gad Saad ist als Autor des Buches Parasitic Mind hier zum Intimus Musks geworden[23] – und wirkt mit seinen mehr als 220 Millionen Followern als akzelerierendes Drehmoment rechtsautoritären engagements trollings.
Kaum verwunderlich, dass sich die Rede vom „woken Virus“ auch im Politischen reproduziert. Im US-Präsidentschaftswahlkampf 2024 taten sich etwa Ron DeSantis und Nikki Haley durch die Übernahme des Kampfbegriffs hervor. Auch im deutschen Wahlkampf sah Alice Weidel – besonders nach ihrem Talk mit Elon Musk auf X – die deutschen Institutionen von „Wokeness“ ‚infiziert‘, wobei AfD-nahe, rechte Influencer:innen wie Naomi Seibt das „woke mind virus“ auch in Europa schon länger zur Grundvokabel der Szene machen.[24]
Während viele dieser Figuren die Phrase aber maximal metaphorisch benutzen, erscheint Musk wirklich an die Existenz des Virus zu glauben: „Most people don’t understand that their minds can be taken over by a virus, just like a computer virus takes over your computer.“ Musk wählt im Anschluss gern Beispiele aus der Biologie – „The woke mind virus is like Cordyceps.“[25] – bzw. der Serie Last of Us. Interessant ist dabei vor allem, dass die Parallelisierung von Gehirn und Computer, Mensch und Maschine für Musk eben mehr als ein metaphorischer Vergleich ist. So beschreibt er beispielsweise Gehirne immer wieder – in einer Anspielung auf Marvin Minskys Rede von einer „meat machine“[26] – als „meat computer“, dessen Schaltkreise letztlich auch nur austauschbare Hardware seien, und dessen Software neu codiert werden könne. „All brains are different. It is demystified when you think of it as a meat computer, which means that number of circuits times circuit efficiency is roughly the compute power of the hardware. Just like a computer, it also matters fundamentally what software is loaded.“[27] Kybernetische Wurzeln – neben der Parallelisierung zwischen Gehirn und Computer ebenso die Beschreibung des Menschen als „Black Box“, die über In- und Output gesteuert werden könne – sind auch hier unverkennbar. Gerade als CEO von Neuralink beschreibt Musk den Menschen gern als Cyborg und bewirbt die hauseigenen Brainimplants oder das avisierte Minduploading als zukünftige, „cybernetic superpowers“[28].
Was so futuristisch wie transhumanistisch klingt, ist auch hier ein spätes Echo der 1940er Jahre, in denen Warren McCulloch und Walter Pitts die Analogie von Gehirn und Computer einführten, neuronale Netze über Boolesche Algebra und binäre Codes aus 0 und 1 erklärten – und damit einen der Schlüsselgedanken der mathematischen Informationstheorie wie auch der Kybernetik (ebenso der Automatentheorie, für die bald der Begriff der künstlichen Intelligenz sprechend wurde) begründeten. Während John von Neumann in seinem Buch The Computer and the Brain von 1958 Unterschiede und Parallelen der beiden ‚informationsverarbeitenden Maschinen‘ diskutierte und neuronale Prozesse generell als digital beschrieb, sickerten solche Überlegungen nicht zuletzt über das kybernetische Systemdenken des einflussreichen Tech-Entrepreneurs und Gründers des Whole Earth Catalogs, Steward Brand, ins Silicon Valley ein.
Seither hält sich die Reduktion von Denken und Rechnen, Gehirn und Computer, auch Computationalismus genannt, – obwohl vielfach kritisiert und kognitionswissenschaftlich widerlegt – hartnäckig im soziotechnischen Imaginären. Besonders in den 1990ern Jahren, in der Frühphase des Internets erlangte die Computertheorie des Geistes metaphorisch wie wissenschaftlich wieder Breitenwirkung. Sie reichte von Kevin Kelly[29] bis Ray Kurzweil, der das Gehirn in seinen Singularitätsvorstellungen bloß als ‚biologischen Computer‘ versteht, dessen Neuronen algorithmisch simuliert, dessen Bewusstsein reverse-engineered werden könne.[30]
Es erscheint fast folgerichtig, dass – solche Diskurse spiegelnd – auch damals schon Gehirn- mit Computerviren verglichen wurden,[31] und dass Elon Musk als Entrepreneur bzw. Kind der 90er diese Ideen aufnimmt, um sie heute in einer Mischung aus technisch-wissenschaftlichem Fortschrittsglauben und nostalgisch-regressiver Reaktion zu reanimieren. Die Gleichzeitigkeit von Vorwärts und Rückwärts, von Transhumanismus und Autoritarismus, die in Musks Rede vom „Woke Mind Virus“ anschaulich wird, ist dann nicht nur extrem kompatibel mit den neoreaktionären Ausläufern der MAGA-Bewegung,[32] sondern findet neben dem kybernetischen auch in einem zweiten Theorie-Konstrukt weitere Grundierung, das sich ebenfalls in den 90ern weiter ausformte und sowohl Musks Denken als auch die gegenwärtige Politik in den USA inspiriert: die Memetik.
Memetik: „Viruses of the mind“ und Musks politisches Projekt
Ehe in dieser Hinsicht auf Richard Dawkins‘ Begriff des „Meme“ aus The Selfish Gene geblendet wird, sei bemerkt, dass häufig – gerade in der englischsprachigen Literatur – übergangen wird, dass der Begriff Meme, neben einer evolutionsbiologischen (ursprünglich Richard Semon)[33], auch eine kybernetische Geschichte hat. So ist er interessanterweise bereits bei Heinz von Foerster zu finden, der lange vor Dawkins Meme und Gene parallelisierte.
Der (spätere) Kybernetiker von Foerster stellt sich „Meme“ in seinem 1948 veröffentlichten Aufsatz „Das Gedächtnis. Eine quantenphysikalische Untersuchung“ als „Träger von Erinnerungsmerkmale[n]“ vor; als eine Art Zelle im Gehirn eines Menschen, die über In- und Outputs von Sinnesreizen, womit er „Elementarbewusstseinsinhalte“[34] meint, „imprägniert“[35] werden würde. Diese „Imprägnation“ ist dabei hypothetisch als Anstieg des – quantenphysikalisch gelesen – Energiezustands nachvollziehbar,[36] wobei von Förster in der Folge mindestens zwei Wege annonciert, wie aus Sinnesreizen Erinnerungen werden:
„Für eine solche Übertragung bestehen zwei Möglichkeiten: entweder ein gewisser Sinneseindruck wird gewissen, nur diesem Sinneseindruck zukommenden Memen übertragen, so daß bei einer weiteren Übertragung stets nur dieses Abbild ,vererbt‘ wird und damit konforme Erinnerungen auslöst, oder es werden durch gewisse Sinneseindrücke nur gewisse Änderungen an einem Mem vorgenommen, die dann wieder bei der Übertragung konforme Erinnerungen auslösen. Das Bewußtsein selbst — in seiner bewußten oder unbewußten Form — offenbart sich somit als der Transformationsvorgang.“[37]
Von Foerster spricht bei der zweiten Möglichkeit auch von „langlebigen Meme[n]“[38], die die Bewusstseinsinhalte durch Nachahmung bzw. ‚Vererbung‘ speicherten. Damit deutet er zumindest terminologisch eine Überschneidung an, die sich auf spätere Meme-Theorien oder Memetik ‚übertragen‘ lässt. Doch während von Foerster Meme noch als eine hypothetische Zelle bzw. eine „Art Äther, ein Medium für die jeweiligen Inhalte“[39] denkt und diese im Gehirn des Menschen ansiedelt, gehen Dawkins und andere Mem-Theoretiker einen anderen, überindividuellen Pfad.
Dawkins versteht Meme bekanntlich nicht als Gehirnzellen, sondern als kleine Einheiten kultureller Vererbung bzw. Evolution, die dann durch Nachahmung von Mensch zu Mensch übertragen werden – seien es Melodien, Kleidermoden oder auch Schlagwörter.[40] Analog zu Genen seien Meme als Replikatoren zu verstehen, die Variations-, Mutations- und Selektionsprozesse durchlaufen. Wobei sich nur diejenigen Meme erfolgreich replizieren bzw. reproduzieren, die in das jeweilige Milieu passen, während andere in Vergessenheit geraten. So müssen Meme nach Dawkins über die Eigenschaften der Langlebigkeit, Fruchtbarkeit und Wiedergabetreue verfügen[41] – sie müssen also anregen, anschlussfähig und auch in ihren Transformationen wiedererkennbar sein. Dabei zieht Dawkins – hier findet sich ein erster Hinweis auf Musks Phantasma vom „woke mind virus“ – eine enge Verbindung von Memen und Viren und erklärt im Anschluss an N. K. Humphrey schon in The Selfish Gene: „Wenn jemand ein fruchtbares Mem in meinen Geist einpflanzt, so setzt er mir im wahrsten Sinne des Wortes einen Parasiten ins Gehirn und macht es auf genau die gleiche Weise zu einem Vehikel für die Verbreitung von Mems, wie ein Virus dies mit dem genetischen Mechanismus einer Wirtszelle tut.“[42]
1991 geht Dawkins dann noch einen Schritt weiter und verfolgt in seinem Aufsatz mit dem sprechenden Titel Viruses of the mind nicht nur die Analogie zwischen Meme und Virus, sondern betont auch die zwischen Meme und Computervirus.
„Trivial though they are, crazes provide us with yet more circumstantial evidence that human minds, especially perhaps juvenile ones, have the qualities that we have singled out as desirable for an informational parasite. At the very least the mind is a plausible candidate for infection by something like a computer virus, even if it is not quite such a parasite's dream-environment as a cell nucleus or an electronic computer. It is intriguing to wonder what it might feel like, from the inside, if one's mind were the victim of a ‚virus‘. This might be a deliberately designed parasite, like a present-day computer virus. Or it might be an inadvertently mutated and unconsciously evolved parasite. Either way, especially if the evolved parasite was the memic descendant of a long line of successful ancestors, we are entitled to expect the typical ‚mind virus' to be pretty good at its job of getting itself successfully replicated.“[43]
In der frühen Internetkultur der 1990er Jahre ist die Metapher des Meme als „mind“ bzw. „computer virus“ dann allgegenwärtig; Richard Brodies‘ Virus of the Mind (1996) oder Aaron Lynchs Thought Contagion (1996) oder auch die Aufsätze von Florian Rötzer – wie z.B. Computerviren und Meme (1996) – lassen auch in Deutschland einen ganzen Diskurs entstehen. Und gerade in den sogenannten, von Dawkins inspirierten „Memetics“, die zeitweise – ähnlich der Kybernetik – den Anspruch erhob, eine Universalwissenschaft zu sein[44] und sämtliche kulturelle Phänomene und ihre Verbreitung ‚memetisch‘ zu grundieren suchte, konnte man, mit Susan Blackmore formuliert, „klar erkennen, dass die Vorstellung von einem Virus in allen drei Welten – in der Biologie, bei Computerprogrammen und beim menschlichen Geist – anwendbar ist.“[45]
Mit der Meme-Virus-Verbindung meint man in dieser Zeit so alles erklären zu können – alltägliche Praxen, Institutionen, Kulte oder Religionen werden allesamt zu viralen, sog. „Memplexen“, sodass für den Atheisten Dawkins die Römisch-Katholische Kirche genauso wie Voodoo als ein einziges großes Virus erscheint.[46] Alles, was wir tun und lassen, ist für die Memetik ‚memetisch‘, jedes Artefakt ist ein Träger kultureller Bedeutung, wobei sich alles ständig repliziert, kopiert und transformiert – in gewisser Weise mutiert. So erscheinen die Menschen – analog zur Kybernetik – selbst nur noch Apparate bzw. „Fleischcomputer“ zu sein, die, wie Limor Shifman erklärt, „von zahlreichen Memen betrieben [… werden], die sie aufnehmen und ständig weiterverbreiten.“[47] In den Worten von Dawkins, der sich zuletzt auch in den Plattitüden der Anti-Wokeness übte, die auch Musk nicht nur auf X teilte: „What matters is that minds are friendly environments to parasitic, self-replicating ideas or information, and that minds are typically massively infected.“[48]
Viele der Texte der Memetik beziehen sich, auch das sei mit Blick auf den Diskurs der 90er Jahre erwähnt, auf Daniel C. Dennett. Der US-amerikanische Philosoph verweist darauf, dass sich – so wird nicht zuletzt bei Musk virulent – das menschliche Gehirn nicht nur als ein Wechselspiel unterschiedlicher Meme verstehen lässt. Er beschreibt vielmehr das menschliche Bewusstsein selbst als ein Produkt dieser Meme: „The haven all memes depend on reaching is the human mind, but a human mind is itself an artifact created when memes restructure a human brain in order to make it a better habitat for memes.“[49] Diese Überlegung ließ schon Richard Rorty durchaus fasziniert erklären, sie unterminiere „the traditional notion that nature provides consciousness, and culture then provides the language in which consciousness can find expression. It also undermines the traditional Cartesian assumption that consciousness is an all-or-nothing affair – like a light bulb in being either on or off.“[50]
Genau an diese Überlegungen schließt in gewisser Weise auch Elon Musk an: Musk versteht Memes nicht nur als Viren und das Gehirn als „Fleischcomputer“, dessen Bewusstsein bzw. Software – siehe „woke mind virus“ – infiziert werden kann. Er will das „habitat for memes“ via X über das Einspeisen anderer (rechter) Memes umkodieren. Quinn Slobodian verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass sich Musk im Gefolge Dawkins als Hobby-Wissenschaftler inszeniert, der Gehirn, Computer und Social Media als miteinander vernetzt verstehe und mit X das Ziel verfolge, den Nutzer:innen „politische Inhalte direkt in den frontalen Kortex“[51] zu speisen. Der selbsterklärte „free speech absolutist“ bzw. „Memedealer“, wie er sich nach dem Kauf Twitters kurzfristig nannte, will so die vermeintliche Vorherrschaft des liberal-demokratischen Bewusstseins bzw. seiner „Memes“ brechen, will anti-woke Alternativen prägen und verbreiten.
Wobei Musk mit X – gerade wegen dessen kybernetischen Bedingungen – ein allzu, in den Worten Dawkins, „friendly environment to parasitic, self-replicating ideas or information“ gefunden zu haben scheint: genau hier verbreiten sich Internetmemes als „Ohrwürmer des Internets“[52] in rasender Geschwindigkeit und genau hier findet ihr komplexes, changierendes Spiel bzw. ihre strategische Ambivalenz aus Ironie und Unmissverständlichkeit, Referenzlosigkeit und totaler Referenz die perfekten Bedingungen, die es für Musks pseudowissenschaftliches, politisches Projekt braucht.
Hatte Hans-Magnus Enzensberger die massenmediale „Bewusstseins-Industrie“ als Schlüsselindustrie des 20. Jahrhunderts beschrieben, scheint Musk diese plattformlogisch-autoritär in das 21. Jahrhundert zu überführen. Die Adaptions- und Replikationsfähigkeit von Internetmemes, gepaart mit den environmentalen Umwelten kybernetischer bzw. feedbacklogischer Anschlusskommunikation, versteht er als ideale Kombination, um mit dem „plattformökonomischen Strukturwandel der Öffentlichkeit“ auch das „collective conscious“ (wie Musk X schließlich nennt) auf rechts zu drehen. In diesem Rahmen hat Musk mit dem „woke mind virus“ nicht nur ein Meme, sondern eine Art Meta-Meme – ein Meme über Meme – geschaffen, das die Diskurse der Anti-Wokeness schlagwortartig verdichtet und das er in Gesellschaft, Staat und Politik viral zu replizieren sucht. Man kann in diesen Überlegungen die wissenschaftlich überkommene Manie eines Einzelnen erkennen, der mit irrlichternden Theoremen der Vergangenheit reaktionäre Ideologeme der Vergangenheit verficht, um gleichzeitig feststellen zu müssen, dass all dies schrecklich zeitgemäß – in einer Art Dawkinsschem Dreischritt langlebig, wiedergabetreu und fruchtbar – scheint. Womit wir beim letzten Punkt angelangt wären: der Memefizierung der Politik bzw. der autoritären Meme-Politik.
Die Memefizierung der Politik, oder: Autoritäre Meme-Politik
Musk hat das Meta-Meme des „woke mind virus“ via X in ein fruchtbares Umfeld anti-demokratischer Anti-Wokeness eingeschrieben, das unter Trump 2.0 die Programmatik des Regierens bestimmt: man denke an das Project 2025 oder die dunkel-aufklärerischen bis ‚techoptimistischen‘ Ideologeme von Curtis Yarvin, Peter Thiel, Marc Andreessen etc. So ist es auch kaum verwunderlich, dass das von Musk mitinitiierte Department of Government Efficency (DOGE) selbst aus einem Meme hervorgegangen ist und dass dessen Aufgabe, neben den Entlassungen bzw. Kostensenkungen – ähnlich wie bei X –, vor allem darin bestand, das „woke mind virus“ aus den Institutionen zu bannen.
Dabei setzte der ehemalige „first buddy Trumps“ einen Zerstörungsfuror frei, der alles löschte, was auch nur entfernt mit „Wokeness“, mit Diversity, Equity, Inclusion etc. assoziiert wurde: ganze Institutionen, Programme, inklusive Initiativen, Forschungsförderungen, Bücher, Webseiten, Bildarchive; gar Wörter verschwanden im Namen der Kettensäge: „I am become meme“[53] war das Stichwort. Ein Stichwort, das letztlich Ausdruck eines faschistoiden Kulturkampfes ist, der weniger auf Effizienz denn auf autoritäre Kontrolle zielt, der einstmals anti-staatliche Ideen genauso in parastaatliche Direktiven überführt wie reaktionäre Taktiken der Cybersubkultur in institutionelle Propaganda einer rechtsakzelerationistischen Politik. In diesem Rahmen werden die Vorstellungen von Freiheit schließlich so deformiert, dass die Freiheit der ‚Anders‘sprechenden – man denke an Kimmel und Co. –, wie der Name Golf von Mexiko „gelöscht“ wird; eben wie eine Art Computervirus.
In ähnlichem Sinne ist dann auch Musks post-diskursives Verständnis von Öffentlichkeit zu lesen: Denn für Musk ist die Öffentlichkeit oder eben X als „common digital townsquare“ kaum mehr Ort der Debatte, sie ist auch nicht allein Ort der „Hyperpolitik“[54], sondern als Zusammenschluss isolierter „Fleischcomputer“ zu verstehen, als „collective cybernetic superintelligence“, die über einen möglichst leistungsfähigen Meme-Input optimiert werden müsse.
Was bemerkenswert ist – auch nachdem Musk die Regierung verließ –, ist so, dass nicht nur DOGE oder Trump ihre Maßnahmen und exekutiven Verlautbarungen immer wieder im Modus des Memes kommunizieren, sondern dass ihr Wirken selbst memetisch erscheint: Ein Staat wird umgebaut, Institutionen werden abgebaut, Gesetze missachtet, die Existenz von Minderheiten ruiniert, Medien diffamiert, Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit suspendiert, willkürliche Festnahmen vom ICE vorgenommen etc. – aber alles wird im Modus eines sadistischen Jokes kommuniziert; in einer Weise, die Ernst und Unernst als ununterscheidbar hinstellt; die Witz, Wut und Willkür gleichermaßen kanalisiert – von Alligator Alcatraz bis zu ICE-Verhaftungen im Ghibli-Stil.
Hatte Simon Strick die Ereignisse um den Kapitolsturm am sechsten Januar 2021 als „Gründungsakt einer anderen, medienbasierten Demokratieform“ bzw. „memetischen Demokratie“[55] beschrieben, hat sich die Logik der Ereignisse immer weiter fortgeschrieben, institutionell verfestigt, ist mehr und mehr eskaliert. Offizielle Regierungskanäle sind mittlerweile reine Meme-Schleudern, die Bedeutungen und Referenzlogiken propagandistisch entfesseln. Diese Form memetischer Propaganda, die, so fasst es etwa Charlie Warzel, „fluent in internet extremism“ ist, vervielfältigt, verbreitet sich innerhalb der Administration unaufhörlich. Man muss sich nur die Accounts vom Weißen Haus, von Department of War, Department of Homeland Security etc. anschauen, um zu erkennen, wie die politische Realität und ihre Memes ununterscheidbar, wie damit normative Gewissheiten genauso zersetzt werden wie die demokratischen Institutionen und ihre Praxen. Musk und Co. haben es, so lässt sich schlussfolgern, darauf angelegt, dass Politik selbst viral wird, sich als Meme realisiert (siehe DOGE); dass zwischen Politik und der „casual cruelty“[56] ihrer medialen Repräsentation kein Unterschied besteht. Wie Musk selbst formuliert: „It’s funny that we got DOGE. I mean, this is the absurdity of that. Like, are we in a simulation here, or what’s going on? It was a meme coin at one point. How did we get here?”[57]
Man legt es also darauf an, Politik nicht nur in ihrer kommunikativ-plattformlogischen Verbreitung memetisch werden zu lassen – dies wurde nicht zuletzt anhand der sogenannte „meme wars“ um den Government Shutdown anschaulich, den das Magazin The Atlantic treffend als „meme shutdown“ bezeichnete. Darüber hinaus geht es um die virale Freisetzung einer Politik, die staatliche Gewalt zu leicht konsumierbarem wie schwer erträglichem Entertainment macht; und die schließlich mit der Zerstörung der für eine Demokratie lebensnotwendigen Strukturen einhergeht. In Musks programmatischen – und memetischen – Worten: „The woke mind virus will fight hard, but it will die.“[58]
Bei dem Text handelt es sich um eine verschriftlichte Version des Vortrags „‚Viruses of the mind‘: Über die kybernetische Bedingung autoritärer Meme-Politik", den die Autor:innen am 8.10.2025 auf der Konferenz „Gegen/Moderne“ an der Universität Basel gehalten haben.
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Notes:
[1]DogeDesigner, 1.10.2025, https://x.com/cb_doge/status/1973213716133908905.
[2] Elon Musk, 1.10.2025, https://x.com/elonmusk/status/1973292474375479556?lang=de.
[3] Elon Musk, 28.3.2025, https://x.com/elonmusk/status/1905630387331621283.
[4] Elon Musk, 16.5.2025, https://x.com/elonmusk/status/1658334514462982144.
[5] Elon Musk, 10.8.2025, https://x.com/elonmusk/status/1954507425131659549.
[6] Elon Musk, 12.12.2022, https://x.com/elonmusk/status/1602278477234728960?lang=de.
[7] Elon Musk, Atreju-Festival, 14.12.2023. Das Atreju-Festival, das 2023 unter dem Motto „Bentornato orgoglio italiano“, zu Deutsch: „Willkommen zurück zum italienischen Stolz“, stattfand, ist eine Veranstaltung rechtskonservativer Jugendbewegungen. Neben Musk waren u.a. Giorgia Meloni, Victor Orbán, Santiago Abascal und Steve Bannon geladen.
[8] Elon Musk, 7.11.2024, https://x.com/elonmusk/status/1854576310699348325?lang=de.
[9] Elon Musk, 11.12.2022, https://x.com/elonmusk/status/1601894132573605888?lang=de.
[10] Elon Musk, 18.8.2023, https://x.com/elonmusk/status/1692431667548528661?lang=de.
[11] Elon Musk zur Übernahme Twitters, Pressrelease Twitter, Inc., https://www.prnewswire.com/news-releases/elon-musk-to-acquire-twitter-301532245.html.
[12] Elon Musk, 9.5.2022, https://x.com/elonmusk/status/1523653429410770945?lang=de.
[13] Posts, die viele Likes oder Reposts erhalten, gelten als besonders relevant und werden entsprechend weiterverbreitet. Vor allem rechte Akteure erzielen überdurchschnittlich viele solcher Interaktionen, indem sie auf Emotionalisierung, Provokationen, aggressive Sprache, Beleidigungen oder Desinformation setzen. Diese Beiträge lösen schnell Reaktionen, Empörung aus. Um der Plattform den deutlich rechten Einschlag zu geben, der sich bei X allzu offen zeigt, muss Elon Musk seine anti-woge Weltsicht nicht ausdrücklich qualifiziert Algorithmus implementieren.
[14] Vgl. Elon Musk, „Memes are high-bandwidth communication“, in: Lex Friedman Podcast, https://www.youtube.com/watch?v=8rrRTFRRVtA.
[15] Elon Musk, 3.11.2022, https://x.com/elonmusk/status/1588081971221053440.
[16] Kari Paul, „Elon Musk reportedly forced Twitter algorithm to boost his tweets after Super Bowl flop“, The Guardian, 15.2.2023, https://www.theguardian.com/technology/2023/feb/15/elon-musk-changes-twitter-algorithm-super-bowl-slump-report.
[17] Vgl. Timothy Graham, Mark Andrejevic, „Tech billionaire Elon Musk’s social media posts have had a ‘sudden boost’ since July, new research reveals“, The Conversation, 1.11.2024, https://theconversation.com/tech-billionaire-elon-musks-social-media-posts-have-had-a-sudden-boost-since-july-new-research-reveals-242490.
[18] Carolin Amlinger, Oliver Nachtwey, „Nacht Rechtsaußen abgebogen“, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2.1.2025, https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/elon-musk-der-chef-verstaerker-des-autoritarismus-110206861.html.
[19] Elon Musk, 11.1.2025, https://x.com/elonmusk/status/1877956343199420867?lang=de.
[20] Anna-Verena Nosthoff, Felix Maschewski, „The platform economy’s infrastructural transformation of the public sphere: Facebook and Cambridge Analytica revisited“, in: Philosophy & Social Criticism, 50(1), 2023, S. 178-199, hier S. 186.
[21] Elon Musk, 11.6.2019, https://x.com/elonmusk/status/1138526085853958146.
[22] Vgl. Felix Maschewski, Anna-Verena Nosthoff, „Netzwerkaffekte. Über Facebook als kybernetische Regierungsmaschine und das Verschwinden des Subjekts“, in: Rainer Mühlhoff, Anja Breljak, Jan Slaby (Hg.), Affekt, Macht, Netz. Auf dem Weg zu einer Sozialtheorie der Digitalen Gesellschaft, Bielefeld 2019, S. 55-80.
[23] Schon der zweite Satz des Buches gibt die Richtung vor – auch Saad spricht von einer „devastating pandemic“, „collective malady“ und immer wieder vom „mind virus“. Gemeint sind „anti-wissenschaftliche, anti-vernünftige und illiberale Ideen-Krankheitserreger wie Postmodernismus, radikaler Feminismus und Transgender-Aktivismus“. Gad Saad, The Parasitic Mind. How Infectious Ideas are Killing Common Sense, Washington D.C. 2020, S. 9. und S. 12.
[24] Naomi Seibt, x.com, 29.7.2024, 23.11.2024, 8.1.2025, 28.1.2025., x.com.
[25] Elon Musk, 29.1.2025, https://x.com/elonmusk/status/1884470666100904015?lang=de.
[26] Vgl. dazu auch Joseph Weizenbaums kritische Bemerkungen der Interpretation von Minsky: Bernhard Pörksen, „The Image of Man in Artificial Intelligence. A Conversation with Joseph Weizenbaum“, in: Weizenbaum Journal of the Digital Society 3(3), 23.10.2023, S. 5 und S. 10.
[27] Elon Musk, 22.2.2024, https://x.com/elonmusk/status/1760690947086852425.
[28]Elon Musk, 11.7.2024, https://x.com/elonmusk/status/1811314207649931624?lang=de.
[29] Kevin Kelly, Out of Control. The New Biology of Machines, Social Systems and the Economic World, Reading 1994, S. 49.
[30] Vgl. Ray Kurzweil, The Age of Spiritual Machines: When Computers Exceed Human Intelligence, New York 1999, S. 2f.
[31] Kai Denker und Nick Nestler verweisen etwa darauf, dass u.a. Florian Rötzer in den 1990er Jahren Meme mit Computerviren parallelisierte, die nicht Computer, sondern Köpfe infizieren. Vgl. Kai Denker, Nick Nestler, „Eine kurze (Problem-)Geschichte des Mems“, in: dies. Digitale Bilderkämpfe. Zur politisch-strategischen Kommunikation mit Memen, Bielefeld 2025, S. 28.
[32] Vgl. Anna-Verena Nosthoff, Felix Maschewski, „Politik der dunklen Aufklärung, Dark MAGA und die rechtsautoritäre Wende im Silicon Valley“, in: Mittelweg36, 5-6/2025, S. 70-90.
[33] Vgl. Richard Semon, Die Mneme als erhaltendes Prinzip im Wechsel des organischen Geschehens, Leipzig 1904.
[34] Heinz Förster, Das Gedächtnis. Eine quantenphysikalische Untersuchung, Wien 1948, S. 1.
[35] Ebd., S. 21.
[36] Vgl. ebd., S. 20.
[37] Ebd., S. 25.
[38] Ebd., S. 26.
[39] Kai Denker, Nick Nestler, „Eine kurze (Problem-)Geschichte des Mems“, in: dies. Digitale Bilderkämpfe. Zur politisch-strategischen Kommunikation mit Memen, Bielefeld 2025, S. 13.
[40] Vgl. Richard Dawkins, Das egoistische Gen, Heidelberg 2008, S. 318.
[41] Vgl. ebd., S. 324.
[42] Ebd., S. 321.
[43] Richard Dawkins, „Viruses of the Mind“, in: Dennett and his Critics, Demystifying Mind, Bo Dahlbom (Hg.), Oxford (UK)/Cambridge (USA) 1993, S. 20.
[44] Vgl. Kai Denker, Nick Nestler, „Eine kurze (Problem-)Geschichte des Mems“, in: dies. Digitale Bilderkämpfe. Zur politisch-strategischen Kommunikation mit Memen, Bielefeld 2025, S. 20.
[45] Susan Blackmore, Die Macht der Meme oder Die Evolution von Kultur und Geist, Heidelberg 2000, S. 55.
[46] Vgl. Richard Dawkins, „Viruses of the Mind“, in: Dennett and his Critics, Demystifying Mind, Bo Dahlbom (Hg.), Oxford (UK)/Cambridge (USA) 1993, S. 20.
[47] Limor Shifman, Meme. Kunst, Kultur und Politik im digitalen Zeitalter, Berlin 2014, S. 19.
[48] Richard Dawkins, „Viruses of the Mind“, in: Dennett and his Critics, Demystifying Mind, Bo Dahlbom (Hg.), Oxford (UK)/Cambridge (USA) 1993, S. 20.
[49] Daniel C. Dennett, Darwins Dangerous Idea, Evolution and the Meanings of Life, London 1995, S. 365.
[50] Richard Rorty, „Blunder around for a while“, in: London Review of Books 13(22), 23.11.1991, https://www.lrb.co.uk/the-paper/v13/n22/richard-rorty/blunder-around-for-a-while.
[51] Quinn Slobodian, „Bastards of DOGE feat. Quinn Slobodian“, in: Trashfuture Podcast, 25.2.2025.
[52] Dirk von Gehlen, Meme, Muster digitaler Kommunikation, Berlin 2021, S. 13.
[53] Elon Musk, 21.2.2025, https://x.com/elonmusk/status/1892781703317389345?lang=de.
[54] Anton Jäger, Hyperpolitik, Extreme Politisierung ohne politische Folgen, Berlin 2023.
[55] Simon Strick, „SO MUCH AMERICA, Der Sturm auf das Kapitol als Prototyp memetischer Demokratien“, in: Friedrich Balke, Anna Polze (Hg.), Forensisches Auftreten. Postdigitale Mediengefüge an den Rändern der Justiz, Bielefeld 2025, S. 258.
[56] Charlie Warzel, „The Gleeful Cruelty of the White House X Account“, in: The Atlantic, 28.3.2025, https://www.theatlantic.com/technology/archive/2025/03/gleeful-cruelty-white-house-x-account/682234/.
[57] Elon Musk, zit. nach Jess Bidgood, Was It All a Meme?, in: New York Times, https://www.nytimes.com/2025/05/02/us/politics/elon-musk-trump-doge.html.
[58] Elon Musk, 24.1.2025, https://x.com/elonmusk/status/1882619717804011914?lang=de.

